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Unter dem Titel „Verantwortung übernehmen! Aufarbeitung und Betroffenenbeteiligung nach Fällen sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“ laden wir Sie recht herzlich zu unserem diesjährigen Interdisziplinären Kinderschutzfachtag in das Kontor nach Erfurt ein.
09.00 Uhr Ankunft der Gäste
09.30 Uhr Begrüßung
09.45 Uhr Die Initiative „Thüringer Kinderschutzkonzept“ gibt Kindern und Jugendlichen eine Stimme!
10.00 Uhr Vortrag: "Kulturen des Schweigens"
Dr. Michael Knoll, Universität Leipzig
10.30 Uhr Vortrag: Empfehlungen zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt und Standards der Betroffenenbeteiligung
Prof. Julia Gebrande und Prof. Heiner Keupp
11.15 Uhr Podiumsdiskussion
Udo Götze, Landesbeauftragter für Kinderschutz im Freistaat Thüringen und Staatssekretär im TMSGAF
Kerstin Claus, Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen (UBSKM)
Angela Marquardt, Mitglied des Betroffenenrates bei der UBSKM
Prof. Julia Gebrande, Vorsitzende der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs
12.15 Uhr Mittagspause
13.15 Uhr Workshops
14.45 Uhr Kaffeepause
15.00 Uhr Zusammenfassung der Workshops
15.30 Uhr Einladung zum Gallery Walk und zum internen Austausch
16.00 Uhr Ende der Veranstaltung
| Name | Leitung | Beschreibung |
|---|---|---|
| Workshop 1: Dem Ruf aus der Zukunft lauschen – Teams verändern ihr System | M.Sc. Psych. Manuela Pracht Referentin im Schulpsychologischen Dienst Dipl.-Psych. Mario ten Venne Referent im Schulpsychologischen Dienst | Veränderungen in Gruppen zu gestalten, ist eine Herausforderung, der sich jede Institution, jeder Verein und jede Gemeinschaft stellen muss. Institutionelle Entwicklung erfordert individuelle Motivation, klare Visionen und geeignete Schritte, um diese umzusetzen. Einem ersten Ruf aus der Zukunft werden wir gemeinsam lauschen, diesen ausgestalten und versuchen, Rückschlüsse auf die eigene Arbeitspraxis zu ziehen. Im Workshop erwartet Sie ein anschauliches Arbeitsmodell, in das Sie sich selbst einbringen und im gemeinsamen Austausch von allen Teilnehmenden profitieren. |
| Workshop 2: Kulturen des Schweigens - eine Prozessperspektive | PD Dr. Michael Knoll Organisationspsychologe - Universität Leipzig und Hochschule Mittweida | Im Workshop geht es darum zu verstehen, warum in Organisationen kritische Themen wie etwa Missbrauch nicht angesprochen werden bzw. wenn sie angesprochen werden, man "auf taube Ohren" stößt und wie das Schweigen überwunden werden kann. |
| Workshop 3: Sexueller Missbrauch in Institutionen | Holger Pröbstel Vorsitzender Richter am Landgericht Erfurt | Im Workshop wird Holger Pröbstel gemeinsam mit den Teilnehmenden nicht nur aus der juristirschen Perspektive eruieren, wie man mögliche Gefahren von sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche erkennen kann. Holger Pröbstel möchte mit den Teilnehmenden in den Austausch kommen zu Hintergründen und Strukturen, die vielen Fällen zugrunde liegen und diese an verschiedenen Beispielen erörtern. |
| Workshop 4: Betroffenenbeteiligung als konstituierende Voraussetzung von Aufarbeitungsprozessen in Institutionen und Familie | Angela Marquardt Mitglied des Betroffenrates der UBSKM und Mitglied der Unabhängigen Aufarbeitungskommission des LSB Steffen Sindulka Mitarbeiter Schutz vor interpersonaler Gewalt und Kinderschutz im Thüringer Sport und Vorstandsvorsitzender der LAG Kinder- und Jugendschutz Thüringen e.V. | Der Workshop bietet Einblicke in die Praxis und die damit verbundenen Erfahrungen von Betroffenenbeteiligung in Aufarbeitungsprozessen. Anhand praktischer Beispiele (Aufarbeitung HSV Weimar, Deutscher Handballbund, Unabhängige Aufarbeitungskommissionen bei der DBK) vermittelt der Workshop die Bedingungen für gelingende Betroffenenbeteiligung. Im Workshop werden Herangehensweisen, Herausforderungen und Umsetzungswege für Betroffenenbeteiligung reflektiert und aufgezeigt. |
| Workshop 5: Empörte Kommentare und irritiertes Schweigen: Über den Umgang mit Ergebnissen institutioneller Aufarbeitung und Konsequenzen für Schutzprozesse | Prof. Dr. Edith Glaser bis September 2021 Inhaberin der Professur für Historische Bildungsforschung an der Universität Kassel | Ausgehend von der im Dezember 2025 veröffentlichten Fallstudie "Sexualisierte Gewalt und Schule" wird in diesem Workshop zum einen gezeigt, welche Folgerungen für Schutzprozesse in anderen Institutionen abgeleitet werden können. Zum anderen werden v.a. pädagogische Leerstellen in bisherigen Aufarbeitungsprozessen thematisiert und Konsequenzen für eine interinstitutionelle Zusammenarbeit benannt. |
| Workshop 6: Institutionen übernehmen Verantwortung - Empfehlungen zur Aufarbeitung in der Praxis | Julia Gebrande Mitglied der unabhängigen Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs und Professorin an der Hochschule Esslingen sowie Mit-Herausgeberin der Fachzeitschrift „Kindesmisshandlung und Kindesvernachlässigung“ Heiner Keupp Mitglied der unabhängigen Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs und Gastprofessor an der Universität Bozen | In dem Workshop soll es um den Ablauf des institutionellen Aufarbeitungsprozesses mit seinen speziellen Herausforderungen gehen, anhand von Beispielen aus der Aufarbeitungspraxis unter besonderer Berücksichtigung der Betroffenenperspektive |
| Workshop 7: Aufarbeitung und Rehabilitation im Kinderschutz: Nachhaltige Integration in institutionelle Kinderschutzkonzepte - Eine Bestandsaufnahme | Franziska Müller Sachbearbeiterin in der Geschäftsstelle des Landesbeauftragten für Kinderschutz im Freistaat Thüringen | Im Rahmen der Initiative "Thüringer Kinderschutzkonzepte" sind alle Einrichtungen und Organisationen, die mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeiten, angehalten, sich intensiv mit Schutzprozessen auseinanderzusetzen. Ziel ist es, durch einen konstruktiven Diskussions- und Qualitätsentwicklungsprozess tragfähige Kinderschutzkonzepte zu entwickeln, umzusetzen und kontinuierlich weiterzuentwickeln. Im Fokus stehen dabei die Themen Aufarbeitung und Rehabilitation, die als zentrale Bausteine für wirksamen Kinderschutz verankert werden sollen. Im Workshop wird diskutiert, welche Unterstützungen, Ressouren und Methoden die teilnehmenden Organisationen benötigen, um den Kinderschutz in ihrer täglichen Praxis effektiv zu stärken. |
| Workshop 8: Hinhören, Aufklären, Verändern - Lehre aus Fällen sexualisierter Gewalt an Schulen | Dr. Stefanie Buchmann Referentin Referat 25 für Angelegenheiten des schulischen Personals im Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur | Die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt dient nicht nur der Klärung vergangenen Unrechts, sondern auch der Prävention zukünftiger Gefährdungen. Im Workshop soll herausgearbeitet werden, welche Rolle Betroffenenbeteiligung für glaubwürdige und wirksame Aufarbeitungsprozesse spielt. Aus behördlicher Perspektive werden zentrale Erkennisse, Standards und Handlungsempfehlungen für Schulen vorgestellt, die Grundlage für die Diskussion sind, mit welchen Chancen, Herausforderungen und Konsequenzen schulischer Kinderschutz gedacht werden muss. |
| Workshop 9: Aufgaben und erste Ergebnisse der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Bistum Erfurt | Dr. Ulrike Brune Ehrenamtliche Vorsitzende der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Bistum Erfurt | Der Workshop skizziert sowohl den Rahmen, in dem sich die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Bistum Erfurt vollzieht, als auch die Aufgaben der Kommission. Nach einem Exkurs in die ergriffenen rechtlichen Maßnahmen der Kirche gegen das Phänomen des sexuellen Kindesmissbrauchs wird eine Zwischenbilanz des bisher Erreichten gezogen und mit den Teilnehmenden diskutiert. |
| Workshop 10: Die Aufarbeitungskommission zur Etablierung von Standards zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche: Erfahrungen aus Nordrhein-Westfalen | Jan Lamontain Leiter des Referates "Kinderrechte, Kinderschutz und Prävention sexualisierter Gewalt" im Ministerium für Kinder, Jugendliche Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (Landesaufarbeitungskommission NRW) | Auf Grundlage eines parlamentarischen Antrags wurde in Nordrhein-Westfalen eine Landesaufarbeitungskommission zur Etablierung von Standards zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche eingesetzt. Der Workshop gibt Einblicke in die Erfahrungen aus Nordrhein-Westfalen. Im Mittelpunkt stehen die strukturellen Voraussetzungen und der Einsetzungsprozess der Landeskommission, ihre Arbeitsweise sowie die Beteiligung der Betroffenen. Im anschließenden Austausch werden Herausforderungen und Gelingensbedingungen für die Einrichtung von Landeskommissionen zur Entwicklung von Standards zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche diskutiert. |
Die Workshops werden von den Mitgliedern des Landesbetroffenenrates für Betroffene sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend und deren Erfahrungsexpertise begleitet.
Wann?
29. August 2026
9.00 - 16.00 Uhr
Wo?
Kontor in Erfurt
Hugo-John-Straße 8
99086 Erfurt
Wir empfehlen die Anreise mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln.
Bei Rückfragen wenden Sie sich an:
Geschäftsstelle des Landesbeauftragter für Kinderschutz
Frau Jenny Steinmetz
0361 573811606
Kinderschutzbeauftragter@tmsgaf.thueringen.de
Die Anmeldung zum Fachtag ist zunächst unverbindlich und bis zum 31. Juli 2026 möglich. Die Teilnahme am Kinderschutzfachtag ist kostenlos. Während des Fachtages werden Speisen und Getränke kostenfrei bereitgestellt. Der Veranstaltungsort ist barrierearm.