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Maßnahmenplan gegen geschlechtsspezifische digitale Gewalt: Thüringen stärkt Unterstützung, Strafverfolgung und Prävention

Auf der Regierungsmedienkonferenz am 14.04. haben Staatssekretärin Tina Rudolph und die Thüringer Gleichstellungsbeauftragte Nadja Sthamer gemeinsam den Maßnahmenplan zur Verhütung und Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt im digitalen Raum vorgestellt.

Der Freistaat Thüringen setzt damit ein klares Zeichen im Kampf gegen geschlechtsspezifische digitale Gewalt. Ziel ist es, Betroffene besser zu schützen, rechtliche Rahmenbedingungen zu stärken und präventive Ansätze auszubauen.

Unterstützung für Betroffene wird ausgebaut

Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung konkreter Hilfsangebote. Digitale Gewaltformen wie Tracking oder Stalking sollen frühzeitig erkannt und Betroffene gezielt unterstützt werden. Geplant ist die Entwicklung eines Konzepts für ein spezialisiertes Beratungsangebot, das an bestehende Strukturen angebunden wird. Dabei werden Erfahrungen etablierter Beratungs- und Hilfsangebote berücksichtigt.

Zudem sollen Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen künftig stärker bei der Entwicklung digitaler Schutzkonzepte unterstützt werden – sowohl für Betroffene als auch für Fachkräfte. Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Sicherstellung der Kommunikationsteilhabe, etwa durch die Bereitstellung von Ersatzgeräten in akuten Notlagen.

Rechtliche Rahmenbedingungen und Strafverfolgung werden gestärkt

Ein weiterer Schwerpunkt des Maßnahmenplans ist die Verbesserung der rechtlichen Situation sowie der Strafverfolgung. Thüringen setzt sich aktiv für die Weiterentwicklung bundesrechtlicher Regelungen ein, insbesondere im Hinblick auf ein wirksames Gesetz gegen digitale Gewalt und die Schließung bestehender Gesetzeslücken.

Parallel dazu wird die Qualifizierung relevanter Berufsgruppen ausgebaut. Polizei, Justiz, Beratungsstellen und Kinderschutzdienste sollen gezielt geschult werden. Ergänzend ist eine Strategie zur Stärkung des IT-forensischen Know-hows innerhalb der Polizei vorgesehen.

Prävention, Bildung und Sensibilisierung im Fokus

Langfristig soll digitale Gewalt durch gezielte Präventionsmaßnahmen eingedämmt werden. Der Maßnahmenplan sieht vor, Täter stärker in die Verantwortung zu nehmen und Forschung zu Täterverhalten auszubauen.

Ein besonderer Fokus liegt auf Bildungs- und Sensibilisierungsangeboten für unterschiedliche Zielgruppen – von Kindern und Jugendlichen bis hin zu Erwachsenen. Interdisziplinäre Qualifizierungsmaßnahmen sowie eine breit angelegte Sensibilisierungskampagne sollen das gesellschaftliche Bewusstsein für geschlechtsspezifische digitale Gewalt nachhaltig stärken.

Darüber hinaus ist ein intensiverer Austausch zwischen relevanten Akteuren geplant, etwa durch die Einrichtung eines Runden Tisches.

Mit dem Maßnahmenplan verfolgt Thüringen einen ganzheitlichen Ansatz, der Unterstützung, Prävention und konsequente Strafverfolgung miteinander verbindet.