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Die Krankenhausplanung liegt in der Verantwortung der Länder. Nur so kann die bedarfsgerechte regionale Versorgungsplanung mit wesentlichen Elementen wie flächendeckender Erreichbarkeit, Beachtung demografischer Besonderheiten und der Vorhaltung notwendiger Kapazitätsreserven tatsächlich realisiert werden. Der Thüringer Krankenhausplan muss dafür alle sechs Jahre überprüft und neu bewertet werden. Dieser Prozess ist aktuell in Arbeit.
Die Planung erfolgt soweit wie möglich nach den vom Bund vorgesehenen gesetzlichen Neuerungen des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes. Damit das möglich ist, wurde bereits die notwendige Anpassung des Thüringer Krankenhausgesetzes angestoßen und vom Thüringer Landtag beschlossen.
Was wir mit der Thüringer Krankenhausplanung erreichen wollen, sind gute und effiziente Strukturen. Bei allen Entscheidungen, die wir treffen müssen, steht die Gesundheit der Thüringerinnen und Thüringer im Mittelpunkt. Es geht darum, Versorgungsstrukturen ganzheitlich zu denken und dabei die Ausgangssituation sorgfältig zu betrachten: In ländlichen Regionen Thüringens zeigt sich schon jetzt der demografische Wandel durch einen Rückgang der Einwohnerzahlen und einen steigenden Altersdurchschnitt. Das Stadt-Land-Gefälle vergrößert sich und der Fachkräftemangel wird sich weiter verschärfen.
Die Weiterentwicklung unserer Krankenhauslandschaft in Thüringen muss diesen Entwicklungen Rechnung tragen. Das heißt, wir brauchen eine Anpassung der Strukturen mit Augenmaß und vor allem eine viel engere Zusammenarbeit aller an der Gesundheitsversorgung beteiligten Akteure.
Das bedeutet:
ein ausgewogenes Verhältnis von Basisversorgung und Spezialisierung
eine enge Vernetzung von ambulanter Versorgung in den Arztpraxen und stationärer Versorgung in den Krankenhäusern
mit Berücksichtigung von Rettungsdiensten und Patientenlogistik
Verantwortlich für die Thüringer Krankenhausplanung ist der Krankenhausplanungsausschuss. Den Vorsitz hat das Thüringer Gesundheitsministerium. Als ständige Mitglieder gehören dem Gremium alle wesentlichen Akteure und Entscheider der Gesundheitsversorgung an.
Die Mitglieder treffen sich in regelmäßigen Abständen, um notwendige Beschlüsse zur Thüringer Krankenhausplanung gemeinsam zu beraten und vorzubereiten.
In Thüringen begann das Planungsverfahren für den Achten Thüringer Krankenhausplan mit einem Dialogprozess unter dem Motto „Zukunft.Gesundheit.Thüringen.2030“.
Im Rahmen dieses Formats gab es bis Anfang 2023 eine Reihe von Workshops zu unterschiedlichen Themen, an denen unter anderem Vertreterinnen und Vertreter der Krankenkassen, der Krankenhäuser, der Landesärztekammer, der Kassenärztlichen Vereinigung, der kommunalen Ebene sowie von Patientenvertretungen teilgenommen haben.
Die sogenannte Zukunftswerkstatt war wichtig, um ein transparentes und zielgerichtetes Handeln zu gewährleisten. Die gesammelten Ideen und Vorschläge wurden dokumentiert und sind in den Krankenhausplan eingeflossen.
Als datenbasierte Entscheidungsgrundlage für den Planungsprozess diente ein sogenanntes Plangutachten. Dafür wurden die Rahmenbedingungen der Thüringer Krankenhaus- und Notfallversorgung durch einen unabhängigen Gutachter geprüft, in diesem Fall „PD - Berater der öffentlichen Hand“. Im Zuge dessen wurde die Entwicklung der Bedarfssituation im stationären Bereich während der Laufzeit des 7. Thüringer Krankenhausplans analysiert und eine Bedarfsprognose bis zum Jahr 2030 erstellt. Daran anknüpfend wurden Empfehlungen für die zukünftige Krankenhausplanung herausgearbeitet. Damit zeigt das Gutachten den Handlungsrahmen für nötige und mögliche Veränderungen auf.
Basierend auf den Ergebnissen der Zukunftswerkstatt und des Plangutachtens wurden im Achten Thüringer Krankenhausplan die Rahmenbedingungen für die Thüringer Krankenhausplanung in den vier Planungsregionen Ostthüringen, Südwestthüringen, Mittelthüringen und Nordthüringen festgelegt. Ziel ist zum einen die qualitativ hochwertige und bedarfsgerechte medizinische Versorgung in der Fläche für alle Thüringerinnen und Thüringer. Zum anderen geht es darum, Planungssicherheit für Budget und Personal bei den Kliniken zu schaffen. Dabei wurden sowohl die demografische Entwicklung als auch die besonderen Bedarfe in bestimmten Fachbereichen, wie Geburtshilfe, Geriatrie, Herzinfarktversorgung, Schlaganfallversorgung, Psychosomatik und Psychotherapie, berücksichtigt.
Der Achte Thüringer Krankenhausplan wurde im Planungsausschuss vom 18. Juni 2024 beschlossen und am 9. Juli 2024 durch das Thüringer Landeskabinett bestätigt. Er gibt einen Orientierungsrahmen und schafft so weit, wie es anhand der aktuellen Bundesgesetzgebung möglich ist, Klarheit. Für die psychiatrischen Disziplinen wurde der Planungsprozess wie vorgesehen umgesetzt. Für die somatischen Bereiche wird die Planlaufzeit einen beispiellosen Transformationsprozess mit sich bringen. Analog der laufenden Bundesreform wird eine weitere Konkretisierung durch die Zuteilung von Leistungsgruppen und Feststellung von Versorgungsaufträgen erfolgen. Diese sind jeweils an bestimmte Mindestanforderungen geknüpft, was die Technik, die Zahl der Fachärzte und Behandlungsfälle angeht. Der Achte Thüringer Krankenhausplan gilt von 2024 bis 2030 für die Dauer von sechs Jahren.
Im April 2025 fanden in allen vier Thüringer Krankenhaus-Planungsregionen Regionalkonferenzen zur Umsetzung der Krankenhausreform statt. Vertreterinnen und Vertreter von Krankenhäusern, Kostenträgern sowie relevanten Institutionen kamen in Erfurt, Gera, Nordhausen und Suhl zusammen, um sich über die nächsten Schritte im Reformprozess zu informieren und miteinander in den Austausch zu treten.
Im Fokus standen unter anderem der aktuelle Stand des Planungsverfahrens sowie die Online-Plattform, über die künftig die Antragstellung für Leistungsgruppen in den somatischen Disziplinen erfolgt. Fachliche Impulse und Erläuterungen zum Planungsprozess wurden durch Beiträge von PD, dem Medizinischen Dienst, den Landesverbänden der Krankenkassen und Ersatzkassen in Thüringen sowie der privaten Krankenversicherung (PKV) gegeben.
Neben der fachlichen Information dienten die Veranstaltungen auch als Plattformen für den Aufbau und die Stärkung kooperativer Partnerschaften – ein zentraler Aspekt für die erfolgreiche Umsetzung der Reform auf regionaler Ebene.
Die Detailplanung der somatischen Disziplinen im Rahmen des 8. Thüringer Krankenhausplans ist hochgradig abhängig von der Krankenhausreform des Bundes. Insbesondere für die Zuschreibung der Leistungsgruppen braucht es noch abschließende Festlegungen.
Trotz der Verzögerungen im Gesetzgebungsverfahren des Bundes bleibt das Ziel, dass die Thüringer Kliniken ab dem frühestmöglichen Zeitpunkt von den neuen Vergütungen profitieren.
Insgesamt liegen 887 Anträge von den Thüringer Krankenhäusern zu den unterschiedlichen Leistungsgruppen vor. Mit der Detailprüfung der zugewiesenen Leistungsgruppen entsprechend der bundesrechtlich festgelegten Qualitätskriterien ist der Medizinische Dienst beauftragt. Dieser Prozess soll bis Ende Juli 2026 abgeschlossen sein.
Das Thüringer Gesundheitsministerium hat die Geschäftsführungen der Kliniken erneut zu Regionalkonferenzen im April und Mai 2026 informiert, um über erste Auswertungen und gegebenenfalls notwendige Abstimmungsprozesse für einzelne Regionen zu sprechen.
Der weitere Planungsprozess ist von der abschließenden Gesetzgebung auf Bundesebene abhängig. Bis Ende März 2026 soll das noch fehlende Krankenhausreformanpassungsgesetz in Bundestag und Bundesrat beschlossen werden.